Bauwägler

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wie Sie sicherlich den Medien entnommen haben, wird derzeit eine –manchmal hitzige- Diskussion darüber geführt, ob eine Gruppe von so genannten „Bauwäglern“ von Hainholz nach Badenstedt umsiedelt oder nicht. Selbstverständlich sind in diesem Zusammenhang die berechtigten Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner, von Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern sowie anderer Anlieger zu berücksichtigen! Bei allen kontroversen Diskussionen, die zu diesem Sachverhalt in unserem Stadtbezirk -aber auch stadtweit- geführt werden, sollte eine Tatsache jedoch nicht übersehen werden: Es haben auch andere Mitbürgerinnen und Mitbürger –eben besagte Bauwägler, Punkerinnen und Punker- ein Anrecht darauf, dass ihr Anliegen ernst genommen wird! Ob Menschen ihr Leben in einer Zwei-, Drei- oder Vierzimmerwohnung, einem Reihenhaus, einer Penthousewohnung, im Loft, dem Reihenendhaus, der Villa, dem frei stehenden Einfamilienhaus oder im Bauwagen verbringen, bleibt –sofern es selbst so gewünscht ist- die individuelle Lebensentscheidung, die es zu respektieren gilt. Und auch ob Haare blond, schwarz, grün, schwarz-rot-gold oder lila gefärbt sind und/oder ein feuerwehrroter Hahnenkamm zur Schau getragen wird, auch das bleibt –in der Regel- dem individuellen Geschmack vorbehalten! Und das ist auch gut so!Auch die Erlaubnis zur Hundehaltung hängt nicht vom Aussehen der Besitzerinnen und Besitzer ab, alles andere wäre glücklicherweise auch nicht gerichtsfest.
Deshalb möchte ich herzlich darum bitten, bei der Diskussion darüber, ob -und wenn ja, wohin- Bauwägler ihren bisherigen Standort verändern, neben den legitimen eigenen auch die Interessen der genannten Gruppe mit zu berücksichtigen. Wir wollen uns dafür einsetzten, dass durch den Oberbürgermeister ein Runder Tisch eingesetzt wird, der zum Inhalt hat, stadtweit nach einem angemessenen Standort zu suchen. An diesem Runden Tisch sollten neben den Bauwäglern auch der Bezirksverband der Kleingärtner und die 13 Bezirksbürgermeister aus ganz Hannover teilnehmen. Am Ende dieser Gesprächsrunde sollte dann an dem gefundenen Standort mit den betroffenen Anwohner in einem offenen Dialog über die Um- bzw. Ansiedlung gesprochen werden. Wir denken, dass Transparenz und eine offene Kommunikation bei einem solchen Vorhaben unabdingbar sind. Bei allem –manchmal auch berechtigten- Ärger sollten wir niemals vergessen, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. An unserem Umgang mit Minderheiten beweist sich auch die Fähigkeit zur Toleranz und Weltoffenheit. Werte, denen wir uns sicherlich –über Parteigrenzen hinweg- verpflichtet fühlen.
Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit
Kerstin Klebe-Politze (Ratsfrau)
Stefan Politze (Mitglied des Niedersächsischen Landtags)
Wolfram Römer (Vorsitzender SPD Hannover-West)

16.02.2012